Was steckt hinter #rebel__out?

Hervorgehoben

Hallo und schön, dass du hier bist!

In meinem ersten Beitrag möchte ich dir mehr zu dem Hintergrund erzählen und was genau hinter #rebel__out steckt. In erster Linie steht es dafür, die eigene Stimme wieder zu finden. Der Intuition wieder zu vertrauen, die eigene Wahrheit zu sprechen und das eigene Leben zu leben. Es steht für Spiritualität, für Toleranz und Respekt allen Lebewesen gegenüber. Rebellion bedeutet Aufstand. Ich möchte Menschen darin unterstützen und inspirieren, aufzustehen und für sich zu sprechen. Wie oft ist unsere Stimme des Herzens, der Intuition so viel leiser, als die des Zweifels und der Angst. Sehr oft habe ich vor dem Spiegel gestanden und mich voller Ablehnung und Ekel betrachtet, weil ich nicht dem Schönheitsideal entsprach, den andere (allen voran die Medien) mir jeden Tag vorgaben. Immer wieder habe ich mich in die Zwangsjacke der Anpassung gezwängt, aus Angst vor Ablehnung. Ich habe schon so einige Krisen in meinem Leben erlebt und die Letzte, die des Mobbings und Stalkings hat mich sehr viel gelehrt. Dass nur ich für mich aufstehen und meine Stimme erheben kann, dass nur ich die Verantwortung für mein Leben und dessen Qualität habe. Dass äußere Einflüsse das Leben und Vorankommen erschweren können, doch nur ich die volle Verantwortung darüber habe, inwieweit sie sich negativ auf mich auswirken dürfen. Und die aller wichtigste Lektion ist wohl die, dass alles, was ich für ein erfülltes Leben brauche, bereits in mir vorhanden ist. Ich bin davon überzeugt, dass ihn jedem von uns dieses Potential steckt. Aber es passieren eben manchmal Dinge im Leben, die uns von diesem Potential entfernen und uns manchmal sogar vergessen lassen. Und genau das ist die Mission von #rebel__out. Sich wieder der eigenen Fähigkeiten bewusst werden. Die eigene Stimme finden und für sich sprechen dürfen, auch wenn nicht alle damit einverstanden sind. Du bist auf der Suche nach deiner Stimme? Du möchtest wieder mehr auf den Herz, auf deine Intuition vertrauen lernen? Dich interessieren Themen wie Persönlichkeitsentwicklung, Minimalismus, Umweltschutz, Tierschutz, Reisen, Meditation usw., dann bist du hier herzlich Willkommen ❤

Es kam oft die Frage auf, warum ein Totenkopf als Logo? Ich bin ein großer Fan von Tattoos, bin selber tätowiert und ich habe einen Faible für Totenköpfe. Zudem ist der Hirsch mein Krafttier. Er steht für Selbstachtung, Charisma und Unabhängigkeit. Es passt auch zum Thema und zur Rebellion. Von daher stand die Idee für mein Logo sehr schnell fest 🙂

 

F*CK THE SYSTEM!

Von der Kunst, sich nicht entmutigen zu lassen

 

Ob mir das so gelingt? Ich habe keine Ahnung! Aber zumindest gebe ich so schnell nicht auf. Doch vielleicht sollte ich erstmal ein kleines Update geben, was ich damit meine.

Wer mir auf Instagram und YouTube folgt weiß vielleicht, dass ich gerade dabei bin, mich Selbstständig zu machen. Und um mir Unterstützung zu holen und mir die ganze Sache etwas zu erleichtern, habe ich einen Antrag auf Gründungszuschuss gestellt. Nachdem ich im letzten Jahr gekündigt hatte, nahm ich mir nach den ganzen Mobbing Strapazen und all der Veränderung erstmal eine Auszeit. Ich lebte einige Monate von Erspartem, reiste nach Irland und war auch sonst viel unterwegs. Einfach mal LEBEN, ohne Verpflichtungen und schauen, was ich in Zukunft so machen will. Nach bald 25 Jahren im Hamsterrad eines Jobs, der mich nicht gefallen hat und den ich nie machen wollte, hatte ich mir das verdient.

Im Februar stellte ich den Antrag auf Gründungszuschuss beim Arbeitsamt. Obwohl mein zuständiger Arbeitsvermittler mir gleich zu verstehen gab, dass ich als Krankenschwester so gut wie keine Chance auf Genehmigung hätte. Da müsste mein Businessplan schon sehr stark sein und auch das Existenzgründungsseminar bei der IHK müsste ich in jedem Fall mitmachen. Gesagt getan! Ich nahm an dem Kurs teil, schrieb mehrere Stunden an einem 10 Seitigen Businessplan, setzte eine Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung und vieles mehr auf. Dinge, mit denen ich mich zuvor nie auseinandersetzen musste. Woher in Gottes Namen sollte ich heute wissen, wie viel ich in 3 Jahren verdiene? Ich recherchierte, rechnete und las mich in die Themen ein. Es war mega anstrengend, aber es machte auch Spaß, denn ich tat es für mich und meinen Traum. Später ließ ich alles von einer Steuerberaterin sichten und für „sehr gut“ absegnen. Beim Finanzamt meldete ich mich als Freiberuflerin an. Wieder eine Menge Papierkram und Hieroglyphen mit denen ich mich auseinandersetzen musste. Aber ich hab es getan.  Ich war stolz. Und auch hoffnungsvoll.

Irgendwann Anfang März erhielt ich einen Anruf vom Arbeitsamt. Die freundliche Sachbearbeiterin teilte mir mit, dass mein zuständiger Bearbeiter erkrankt sei und sie seine Vertretung übernehme. Sie habe meinen Antrag vor sich liegen, den sie gerne genehmigen würde, denn der sei wirklich gut. Leider sei die Steuernummer des Finanzamtes noch nicht da, die brauche sie aber unbedingt. Ich bat sie, nochmal zu wiederholen was sie zu mir sagte, was sie netterweise tat. Sie wollte ihn tatsächlich genehmigen! Ich war vollkommen aus dem Häuschen!

Keiner Exkurs: Vielleicht sei an dieser Stelle zu erwähnen, dass die Genehmigung eines Gründungszuschusses eine Ermessensache ist. Das heißt, dass es dem Sachbearbeiter überlassen ist, diesen ohne Angaben von Gründen abzulehnen oder zu genehmigen.

Ich teilte ihr mit, dass ich alles Notwendige bereits beim Finanzamt eingereicht hätte und mich sofort darum kümmere, dass die nötige Nummer erstellt werde. Ich freute mich riesig!

Leider war die Nummer des Finanzamtes nicht schnell genug da und der mir zugeteilte Sachbearbeiter indes wieder genesen. Ich hatte einen Termin bei ihm und war mir der beidseitigen Antipathie bewusst. Jedoch hoffte ich auf seine Professionalität. Dies sollte aber auch nur eine stille Hoffnung bleiben. Obwohl ich ihm mitteilte, dass seine Kollegin Frau X mir ihre mündliche Zusage gegeben hatte, lehnte er den Antrag ab. Er lehnet ihn ab, ohne ihn sich anzuschauen und auf die Steuernummer zu warten (die vorhanden sein muss, bevor eine Entscheidung getroffen werden darf!). Die Begründung? Ich sei Krankenschwester und somit vermittelbar. Ich hätte also kein Recht auf diesen Zuschuss! BÄM und BASTA!

Einige Tage später füllte ich einen Beschwerde Zettel aus (die liegen beim Amt). Mir war bewusst, dass ich keinen rechtlichen Anspruch auf Gründungszuschuss hatte, doch schien mir die Vorgehensweise des Mitarbeiters nicht korrekt. Dies bestätigte mir ein anderer Mitarbeiter, der tatsächlich auf meine Beschwerde reagierte, auch einige Tage später telefonisch. Doch auch er gab mir zu verstehen, dass ich als Krankenschwester vermittelbar sei und somit, nach seiner Auffassung, der Antrag weiter abgelehnt bleibe. Ich war ehrlich gesagt ziemlich sauer und fragte ihn, ob überhaupt jemals eine Krankenschwester diesen Zuschuss erhalte. Darauf wollte er mir nicht so wirklich eine Antwort geben.

Wenn ich bedenke, dass ich das Ganze Anfang Februar ins Rollen gebracht und erst im Mai eine definitive Entscheidung erhalten hatte, dann fucked mich das ganz schön ab. Ehrlich gesagt hatte ich mich auf die Aussage und Zustimmung der Dame am Telefon verlassen und war nach dem Ganzen was danach kam, ziemlich down. Viele Tränen sind geflossen, viel Wut, Enttäuschung und Zweifel kamen hoch und ne Menge Schokolade und Erdnüsse im Teigmantel wurden verspeist. Selbst Meditation viel mir schwer, weil meine Gedanken und Gefühle ständig Achterbahn fuhren.

Rückzug für eine Weile hilft mir dann! Sich die ganze Situation mal in Ruhe anschauen und alle Gefühle, die hochkommen annehmen und zulassen. Dann auch wieder nach Alternativen und Lösungen schauen. Wenn auch nur im Kleinen, weil die Enttäuschung und der Zweifel noch zu groß sind. Ich war für ein paar Tage in einem richtigen Loch und hatte richtige Zukunftsängste. Aber jede kleine Erarbeitung von Zukunftsplänen, Lösungen und Ideen sind besser als gar nichts. Denn sie bringen mich ins Handeln und aus der Opferrolle raus. Sie geben mir das Gefühl, dass ich es wieder in der Hand habe. Mein Leben in der Hand habe. Die Verantwortung und auch die Entscheidung. Denn das Schlimmste an dieser Situation war für mich, dass ich das Gefühl der Abhängigkeit hatte. Abhängig zu sein von einem Menschen, der in meinen Augen seine Machtposition vollkommen ausgenutzt hatte.

Mich hat das Ganze eines gelehrt: Dass es immer wieder Larrys da draußen geben wird, die ihre Macht ausspielen wollen. Larrys, die dir große Brocken in den Weg legen, damit du stolperst und fällst. Und denen das auch noch Spaß bereitet. Diese Begegnungen mit dieser Art von Mensch kann ich nicht vermeiden, doch ich habe die volle Entscheidung darüber, wie ich damit umgehe. Lass ich mich davon einschüchtern, demotivieren und hänge meine Vision an den Nagel? Oder bleibe ich mir selber treu und gehe meinen Weg weiter, auch wenn er steinig wird?

Für mich ist klar, ich gehe weiter! Wie und wohin, das weiß ich noch nicht. Es hat sich eine neue Ausgangssituation ergeben und somit neue Möglichkeiten. In erster Linie geht es aber gerade darum, meine Existenz zu sichern. Nach 25 Jahren absoluter Sicherheit im Angestellten Verhältnis mit geregeltem Einkommen, ist das eine überaus große Herausforderung für mich. Sie macht mir Angst und fordert gerade so ziemlich alles von mir. Und aus heutiger Sicht würde ich es nicht noch einmal so machen und es auch niemandem empfehlen. Aber für mich ist es momentan so, wie es ist. Ich bin das erste Mal in dieser Situation, der erste Versuch der Selbstständigkeit, das erste Mal existentielle Ängste! Für alles gibt es ein erste Mal. Und jedes Mal ist es lehrreich. So wird es jetzt auch sein. Lehrreich! Ich werde an dieser Herausforderung wachsen. Und wenn das alles ist, was dabei raus kommt, na, dann bin ich schon zufrieden 🙂

Life is an adventure ❤

Warst oder bist du schon mal in einer ähnlichen Situation gewesen?

Danke für deine Zeit ❤

Peace&Love 🙂 ❤

Angelina

 

Little Mammutmarsch Ruhr 55 KM

Wenn du denkst, nix geht mehr, dann geht es wieder ein bisschen weiter ❤

Heute möchte ich dir von meiner Erfahrung vom Little Mammutmarsch erzählen. Denn bei diesem Megamarsch ist mir so einiges durch den Kopf gegangen und hat nicht nur meine Beine bewegt.

Am 20.04. um 8:30h ist es endlich soweit. Mein erster Little Mammutmarsch von 55 Kilometer startet im Landschaftspark Duisburg. Recht kurzfristig hatte ich mich dazu entschlossen. Ich wollte mal wieder was Verrücktes ausprobieren. Und weil ich das Wandern liebe, war ich überzeugt, das sei genau das Richtige. Zumal ich etwas brauchte, worauf ich mich freuen kann.

Die Nacht vor dem Lauf hatte ich kaum geschlafen. Das Hochladen eines in stundenlanger Arbeit geschnittenen Videos auf Instagram (IGTV) hatte nicht geklappt und hielt mich wach. Nichtsdestotrotz komme ich pünktlich am Landschaftspark an. Das Wetter ist herrlich, die Sonne lacht von einem strahlend blauen Himmel herab. Ein leichter Wind. Das perfekte Wetter für so ein Vorhaben. Meine Stimmung ist super und ich freue mich, dass ich mich angemeldet habe. Auch die anderen Teilnehmer sind entspannt und gut gelaunt. Es herrscht ein freundliches und buntes Treiben. Ich liebe solche Veranstaltungen und meine Laune steigt noch mehr.

Nach der Anmeldung erhalte ich meine Teilnehmerbändchen für das Handgelenk, meinen Trophäenpass (um alle Märsche und Kilometer in Zukunft abstempeln zu lassen), meine Karte und mein T-Shirt. Jetzt bin ich offiziell ein Mammut! Ich bin stolz und schaue fast ehrfürchtig auf den Startpunkt. Kann es kaum erwarten loszulaufen. Alles in mir brennt förmlich und vibriert vor Vorfreude auf den Weg. Auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich diese 55 Kilometer, die in den nächsten Stunden vor mir liegen, tatsächlich schaffen werde. Ein Teil in mir ist sicher, dass ich es schaffe, denn Wandern ist meine Passion und ich bin darin geübt. Ich kenne mich und meinen Körper. Wir sind im letzten Jahr wieder ein wunderbares Team geworden. Der andere Teil ist jedoch unsicher, denn es könne Verletzungen auftreten, die ich nicht beeinflussen kann. Zudem wirken alle um mich herum so viel trainierter als ich. Doch ich sage mir, dass ich hier bin. Dass ich teilnehme und loslaufe. Dass es keine Rolle spielt, ob ich durch das Ziel gehe oder nicht, denn ich bin jetzt gerade in diesem Moment auf meinem Weg! Ich bin da, wo ich hingehöre! Ich folge meinem Herzen, meiner Passion und ich habe den Mut, meine Grenzen auszuweiten. Und das ist in meinen Augen schon ein Gewinn! Entspannung breitet sich aus, denn ich komme so oder so meinem Ziel immer näher.

Es ist soweit. Wir stehen in den Startlöchern. Bastian steht zusammen mir Nora (ich hoffe, ich habe die Namen richtig in Erinnerung) auf dem Dach seines ultracoolen Defenders. Als er die Medaille und das Armband erwähnt, die auf den Finisher warten, wird mein Ehrgeiz entfacht. Ich möchte heute Abend durch das Ziel! Der Countdown läuft……..3, 2, 1 Looooos! Wir starten, wir laufen, wir sind auf Tour.

Ich habe das Gefühl, dass alle in einem Affenzahn an mir vorbeirauschen. Kurz bin ich eingeschüchtert und spüre den wachsenden Druck mithalten zu wollen. Als die zweite Gruppe, die 10 Minuten später als ich gestartet ist, mich zum Teil ebenfalls überholt, bin ich einer der Letzten. Wandern in der Gruppe mag ich nicht sonderlich, fällt es mir wieder ein. Warum eigentlich nicht? Weil es mir schwer fällt, meinen Rhythmus zu finden. Weil ich mir einrede, mit den Schnelleren mithalten zu müssen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Während ich darüber nachdenke, merke ich, wie absurd dieser Gedankengang ist. Er führt dazu, dass ich weniger Spaß habe, weil es Druck ausübt. Und wer übt den aus? Die anderen? Nein, ich selber! Ich entscheide mich, mein Tempo beizubehalten und dem Druck der Masse nicht nachzugeben. Denn ich kenne mich und ich weiß, dass meine Reserven schnell aufgebraucht sind, wenn ich schon am Anfang Volldampf gebe. Mein innerer Dialog führt dazu, dass ich mich wieder entspanne und schnell in meinen eigenen Rhythmus finde. Ein Rhythmus der es mir erlaubt, meine Umgebung wahrzunehmen. Die Sonne, das Vogelgezwitscher, die wunderschönen Lichtspiele auf dem Wasser und all diejenigen, die ebenfalls gemütlicher unterwegs sind. Ich bin mittendrin und weit davon entfernt den Anschluss zu verlieren. Alles ist super. Alles ist, wie es sein soll!

Ich erreiche den 1. Versorgungspunkt nach ca. 12,7 KM in Oberhausen. Es gibt Kuchen, Würstchen, Bananen, Müsliriegel und so weiter. Wasser und den besten Eistee ever. Es scheint mir ein altes Landgut zu sein, in dem wahrscheinlich sonst verschiedene Events stattfinden. Ein schöner Ort. Ich setzte mich in den Schatten, esse eine Kleinigkeit und beobachte das bunte Treiben. Ich bin glücklich! Ich fühle mich wohl unter all diesen Menschen. Jeder scheint noch hochmotiviert und genießt die Pause. Warum einige diese Strecke gehen, frage ich mich. Ich denke, es werden die unterschiedlichsten Motivationen dahinter stehen. Doch eines verbindet uns in diesem Moment wohl alle. Das Laufen.

Nach 20 Minuten mache ich mich wieder auf meinen Weg. Ich laufe durch ein Meer voller Löwenzahn und bin schon total berührt von der Schönheit des Ruhrgebiets ❤ Ich fühle mich wie auf einer Pilgerroute und in mir wird ein lang gehegter Traum laut. Ich möchte pilgern! Es wird endlich Zeit, mir diesen Traum zu erfüllen. Wann, Wo und Wie weiß ich noch nicht, aber ich spüre, wie ein Feuer in mir entfacht wird, dass ich schon lange so nicht mehr gespürt habe.

Eine Weile geht der Weg straight Geradeaus. Weil ich alleine Laufe, achte ich darauf, dass sich vor mir und hinter mir noch andere Teilnehmer befinden, falls mit mir etwas sein sollte und ich nicht in der Lage bin, nach Hilfe zu rufen. Was mich dazu bringt, mich zu fragen, was wohl der stetige rote Faden ist, der sich durch mein Leben zieht. Frag mich nicht nach dem Zusammenhang. Vielleicht liegt es an dem geradlinigen Weg. Denn ich bin immer wieder auf Abwegen unterwegs gewesen. Niemals fokussiert und geradlinig auf einem geblieben. Immer wieder verlaufen, falsch abgebogen oder in Sackgassen gelandet. Auch mal auf dem richtigen Weg, aber eben immer über Umwege. Doch bin ich niemals stehen geblieben oder zurück gegangen. Ich frage mich, ob es Zeit wird, etwas daran zu verändern. Geradliniger und fokussierter zu werden. Ich muss über mich selber lachen. Eine Menge Deep Shit, der mir auf meinem Weg durch den Kopf geht. Wandern bringt eben nicht nur den Körper in Bewegung, sondern auch die Gedanken.  

Der Weg ist abwechslungsreich und es macht Spaß ihn zu gehen. Ich lerne den Pott ganz neu kennen und bin fasziniert von seiner Vielfältigkeit. Obwohl ich hier aufgewachsen bin, bekomme ich das erste Mal ein Gefühl von Heimatliebe. Ohne Witz, aber ich verliebe mich gerade in das Ruhrgebiet. Will ich doch immer von hier weg, weil es doch woanders so viel schöner ist. Das mag sein und entspricht vielerorts der Tatsache. Doch ist es ein schönes Gefühl, meine Wurzeln zu spüren. Hier komme ich her, hier bin ich aufgewachsen. Immer auf der Suche und ständig das Gefühl, nirgends anzukommen oder hinzugehören. Dabei bin ich doch immer schon da. Angekommen. Nie weg gewesen. Ob ich für immer bleibe oder gehe spielt keine Rolle. Hier sind meine Wurzeln und die meiner Familie. Herzlichkeit. Hier bin ich immer Willkommen. Ich habe eine Heimat. Und mir dessen bewusst zu werden macht mich unfassbar glücklich. Denn so habe ich es noch nie betrachtet.

Nach 20 Kilometern erreiche ich den 2. Versorgungspunkt. Der liebe Hutmacher, der vor dem Grusellabyrinth steht, ruft mich aus meiner Trance. Er weist mich darauf hin, dass es hier Wasser und Essen gibt. Ich bedanke mich, denn ohne ihn wäre ich daran vorbei gelaufen. Es gibt wieder die leckeren Bananen (noch leicht grün, so mag ich sie am liebsten) und den besten Eistee. Eine Freude! Nachdem ich mich also mit Essen versorgt und meine ersten Stempel in meinem Trophäenbuch erhalten habe, hocke ich mich zufrieden auf den Boden. Es geht mir super gut! Die ersten ziehen ihre Schuhe aus und versorgen ihre Blasen und tapen ihre Beine und Füße. Ich spiele kurz mit dem Gedanken, meine Schuhe auszuziehen, da sich auch bei mir eine kleine Blase zu bilden scheint. Aber ich entscheide mich dagegen, denn es schmerzt nicht sonderlich, auch sonst sitzen meine Schuhe top!

Nach 30 Minuten ziehe ich weiter. Weitere 2 Kilometer später wartet das Tetraeder auf uns. Gefühlt endlose Stufen sind nun zu bewältigen. Okay, nicht nachdenken! Einfach laufen! Ein Fuß vor dem anderen! So wie es Beppo Straßenfeger in der Geschichte „Momo“ hält. „Du darfst nicht auf die ganze Straße achten, sondern nur auf den nächsten Schritt“ Okay, danke Beppo ❤

Oben angekommen erwartet uns eine kühle Coke und Live Musik. Das ist toll! Ich bin begeistert und lausche einen Moment der schönen Stimme. Urlaubsfeeling kommt auf. Das Leben ist schön! Ich schaue in den blauen Himmel und bin dankbar! Dankbar für diesen Moment! Für die Musik, den Himmel, die Veranstalter, die Möglichkeit, diesen Weg gehen zu können. Diesen tollen Tag erleben zu dürfen!

Ich mache mich wieder auf den Weg. Jetzt geht es eine ganze Weile bergab, was ich deutlich in meinen Knien spüre. Danach geht es durch den Wald. Ab Kilometer 30 brauche ich mehr Pausen. Mein Kreislauf sackt ab, ich habe das Verlangen nach Cola und einem Snickers! Aber die gibt es nicht. Leider habe ich auch keinen Sonnenhut, sodass die Sonne erbarmungslos auf meinen Kopf scheint. Die Sonnencreme ist wie Penatencreme und tüncht meine Arme in strahlendes weiß, was sich auch nicht wirklich gut verreiben lässt. Ins Gesicht schmiere ich es nicht, da ich sonst wohl aussehe wie Michael Meyers aus Halloween. Das soll sich später noch rächen. Langsam fängt es an anstrengend zu werden. Die Schultern fangen an zu schmerzen, ich merke die Blase unter dem Fuß und ich habe Sorge, dass mein Kreislauf versagt. Mir ist schwindelig und übel. Der Weg geht nun stoisch gerade aus durch einen Wald und ich freue mich über den Schatten. Ich atme kräftig ein und aus, trinke etwas Wasser und esse einen Müsliriegel (Zuckerfrei-nicht die beste Wahl). Mein Kreislauf stabilisiert sich dennoch. Zwischendurch entstehen Gespräche mit anderen Teilnehmern und es ist sehr spannend zu erfahren, warum sie dabei sind. Viele machen diese Tour zum ersten Mal und als Vorbereitung für die 100 KM. Einige gehen dien Weg alleine, so wie ich.

Ich bin nun bei Kilometer 38 und es ist jetzt gerade wirklich anstrengend. Habe das Gefühl, meine Beine kaum noch zu spüren. Es wiegt alles schwer wie Blei. Zeit für meine Motivations Playlist. Songs von Kontra K und Kollegah helfen mir über die schwierige Etappe, denn zwischen Kilometer 22 und 42 gibt es keinen Versorgungspunkt mehr und mein Wasser wird knapp. Und ich will immer noch Coke und Snickers, doch leider führt der Weg an keinen Supermarkt oder ähnliches vorbei. Also, durchhalten! Wir passieren eine schöne Wohnsiedlung und Feldwege. Die Abwechslung tut gut und die Musik hilft, auch wenn der Weg gerade schier unendlich scheint und mir mein Kreislauf erneut zu schaffen macht. Bei Kilometer 40 dann die Rettung: Ein Kiosk! Meine Güte, ich habe mich noch nie so über einen Trinkhalle gefreut. Ich denke, auch der Inhaber hatte wahrscheinlich den Umsatz des Jahres. Endlich Coke und Snickers! Ich bin happy! Der Zucker tut gut und gibt mir neue Energie! Kurz setze ich mich auf den Bordstein und schaue den anderen zu, wie auch sie sich ein kühles Getränk gönnen.

Jetzt geht es wieder deutlich besser. Ich fühle mich wieder energievoller und laufe dem Ziel entgegen. Erstaunt stelle ich fest, dass ich gerade 40 Kilometer zurück gelegt habe und mich beschleicht das Gefühl, es tatsächlich schaffen zu können. Stolz breitet sich aus und lässt mich meinen Weg, trotz zunehmender Schmerzen, gut gelaunt weitergehen.

Ich überhole ein junges Paar und sehe schon von Weitem, wie sich der junge Mann mit den Walkingstöcken mühselig fortbewegt. Wir kommen ist Gespräch und seine Freundin erzählt mir, dass sie (ebenso wie ich) nicht damit gerechnet haben, dass es für 20 Kilometer keinen Versorgungspunkt mehr geben wird. Ich frage, ob sie etwas brauchen, ich hätte noch Müsliriegel und Cola. Sie verneint zunächst und mir scheint, als wollten sie niemandem zur Last fallen. Aber ihre Anstrengung und Strapazen sind spürbar. Ihm geht es sichtbar schlecht und ich mache mir etwas Sorgen. Auch mein Kreislauf machte für eine Weile nicht mit und Coke war meine Rettung. Meine Flasche ist noch über die Hälfte voll und ich schenke sie ihm. Er ist sehr dankbar, setzt sich hin und trinkt. Weitere Teilnehmer halten an, bieten ihre Hilfe an und geben Traubenzucker. Das Pärchen ist sichtlich gerührt und dankbar. Ich glaube, die beiden hätten nie von sich aus um Hilfe gebeten. Umso mehr freut es mich, dass sie meine und die Hilfe der anderen angenommen haben. Das Alles ereignete sich ca. 200 Meter vor dem letzten Versorgungspunkt, wo auch Rettungssanitäter waren. Ich hoffe sehr, dass das Pärchen sich erholt hat und ihren Weg fortsetzen konnte.

Die letzte Station habe ich nun hinter mir gelassen. Es dämmert leicht und ich bin bereits bei Kilometer 50 angelangt. Ich brauche dringend Pausen, aber ich gehe dennoch stoisch weiter, denn jeder Rast mach den ersten Schritt danach zur Qual. Das Lied „wie ein Alpha“ von Kollegah läuft nun in Dauerschleife. Ich kann kaum noch reden. In meine Kamera, die ich für mein YouTube Video mitgenommen habe, spreche ich kaum noch rein. Selbst zu filmen habe ich gerade keine Lust. Alles schmerzt und ich will nur noch ankommen. Zwischen Kilometer 20 und 30 dachte ich, dass ich mich abends noch für den 100km Mammutmarsch im September anmelden werde. Jetzt gerade frage ich mich, warum ich überhaupt hier teilnehme. In diesem Moment kann ich mir nicht vorstellen, jemals wieder an einem solchen Gewaltmarsch teilzunehmen. Das ist doch irre!

Die letzten 2 Kilometer kurz vor dem Ziel sind die Schlimmsten meines Lebens. Jeder Schritt schmerzt. Ich möchte weinen, aber selbst dafür bin ich zu erschöpft. Ich kann nicht mehr! Am liebsten möchte ich mich auf den Boden legen. Nicht mehr weiter laufen. Meine Schultern tun weh, meine Arme sind geschwollen, meine Blasen unter den Füßen mit Wasser gefüllt und meine Knie schmerzen wie die Hölle. Meine Oberschenkelmuskulatur ist Bretthart und aufgepumpt. Ich bin knatschig. Nix geht mehr! Aber aufgeben kommt nicht in Frage! Nicht so kurz vor dem Ziel! Und siehe da, es geht doch weiter. Schritt für Schritt.

Es ist bereits dunkel und ich erreiche mit zwei anderen das Gelände des Landschaftsparks. Es scheint, als wollten diese letzten hundert Meter niemals enden. Wir haben das Gefühl, als wären es mehr als 55 Kilometer gewesen, die wir zurück gelegt haben. Aber ich habe in diesem Moment kein Gefühl mehr für Zeit oder Entfernung. Mein Gehirn und auch der Rest von mir stehen seit einiger Zeit auf Autopilot. Es gilt nur eine Aktion auszuführen: einen Schritt vor den anderen zu setzten, egal wie! Und das vor 23 Uhr. Denn das ist die Deadline! Die Zeit, in der das Ziel geschlossen wird.

Nach 13 Stunden und 23 Minuten ist es endlich soweit. Ich laufe durch das Ziel! Ich erhalte meine Medaille und mein Finisher Armband. Dazu eine Urkunde und weitere Stempel in meinem Pass. Wirklich glauben kann ich es nicht. 55 Kilometer bin ich an diesem Tag gelaufen. 55 Kilometer, die mein Körper so toll mitgemacht hat. Ich bin unendlich dankbar! Wahnsinn! Realisieren kann ich es noch nicht. Aber ich realisiere, dass ich nicht aufgegeben habe, sondern durchgehalten! Und das ist ein tolles Gefühl!

Die zwei kleinen Stufen zum Toilettehäuschen erscheinen mir wie der Mount Everest und sind die pure Hölle. Ich brauche zwei Anläufe, um sie zu erklimmen. Es sind noch zwei andere Mädels Vorort, denen es nicht anders geht. Wir lachen. Okay, lachen geht noch! Dann ist doch alles gut 🙂

(Am 27.4. um 9:00 Uhr erscheint das Video dazu auf meinem YouTube Kanal)

Hast du auch mal eine einem solchen Event teilgenommen oder hast es vor? Oder ist das gar nicht dein Ding? Erzähl es mir doch mal, ich freue mich von dir zu lesen 🙂

Danke für deine Zeit ❤

Peace&Love

 

 

 

 

Was ich nicht habe, kannst du mir nicht nehmen!

Warum das Prinzip des nicht Besitzen Wollens so wertvoll ist

 

Einen drei Meter Kleiderschrank nur für mich! 54 Paar Schuhe! LED SMART 3D TV! Playstation! Cabrio! Prime! Netflix! Das neuste Smartphone! Mehrere Urlaube im Jahr! Coole Klamotten! Teure Frisur! Große Butze, um nicht nur mich, sondern auch andere zu beeindrucken. Klingt geil, oder?

Irgendwie schon. Natürlich geht es noch pompöser, noch geiler, noch exklusiver! Mich zumindest hat dieser Lebensstandard eine kleine Weile sehr in seinen Bann gezogen. Es hat mir das Gefühl gegeben, dass ich wer bin. Glücklicher. Wertvoller. Sinnvoller. Denn der Sinn des Lebens liegt doch darin, Erfolg zu haben und zu besitzen. Okay, kluge Sprüche über Gesundheit und Zufriedenheit, aufgehübscht in schönen Facebook – Posts werden gerne geliket. Ist ja schon auch wichtig, schon klar! Aber da hört es auch schon auf, oder?

Ich habe lange mit dem Irrglauben gelebt, dass ich mir Gutes tue, wenn ich meine Bedürfnisse nach Besitz und Anerkennung befriedige. Wenn ich mir dieses Paar Schuhe auch noch kaufe, dann bin ich echt happy! Das war auch tatsächlich so, nur eben nie von langer Dauer. Oder, wenn ich dieses Oberteil kaufe, habe ich so viel Auswahlmöglichkeiten an Klamotten, dass ich immer das perfekte Outfit habe. Ich kann mich ehrlich gesagt an kein perfektes Outfit von mir erinnern, aber an unendlich viele Momente, wo ich vor meinem überfüllten Kleiderschrank stand mit dem Gefühl, nix zum Anziehen zu haben.

Ey, und Cabrio fahren ist eine Lebenseinstellung und einfach cool! Das streite ich ja nicht ab. Dieses gute Gefühl lässt aber ganz schnell nach, wenn das Dach permanent undicht und auch andere teure Reparaturen, die typisch für ein Cabrio sind, anfallen. Vor allem, wenn die letzte Shopping Tour mal wieder sehr großzügig ausgefallen ist!

Und das neue Playstation Spiel! Mal ehrlich, ich kann doch nicht mitreden, wenn ich es nicht kurz nach Release schon fast durch gezockt habe. Bin ich doch schließlich Pro Gamerin und muss damit einen gewissen Anspruch erfüllen. Ja, welchen Anspruch eigentlich?

Ich möchte Besitz und „sich schöne und teure Dinge leisten“ nicht verteufeln, verstehe mich bitte nicht falsch. Nach wie vor habe ich Spaß an schönen Dingen und sie können das Leben auch bereichern. Aber sie sind nicht das Maß aller Dinge und sich daran zu klammern, kann zur Belastung werden. Zumindest nach meiner Erfahrung und auch nach Erzählungen anderer.

Wenn wir in der Lage sind unseren wahren Wert zu erkennen und mit uns klar zu kommen, ohne all diese materiellen Aufwertungen, dann sind wir in der Lage mit Besitztümern auf ausgeglichene Art und Weise umzugehen. Es herrscht eine Harmonie im Kopf und im Herzen. Alles ist in Balance.

Ich will versuchen zu erklären, was ich damit meine:

Was ich zu Anfang geschrieben habe beschreibt meinen Lebensstandard von 2014- 2017. Ich habe das Geld schneller ausgegeben, als ich es verdient hatte.

Heute habe ich meinen Kleiderschrank und den Inhalt darin auf 1,20 Meter reduziert. Ich besitze „nur“ noch 9 Paar Schuhe. Es gibt keinen Moment mehr, wo ich das Gefühl habe, nix zum Anziehen zu haben, denn ich besitze nur noch Lieblingsstücke. Deutlich weniger, aber eben nur noch meine Lieblinge. Alles andere habe ich verkauft, verschenkt oder gespendet. Ich lebe in einer kleinen Wohnung, wo das Bett und zwei Kommoden das Einzige sind, was mir gehört. Alles andere gehört zu der Wohnung und somit zur Miete.

Statt Auto fahre ich nun Fahrrad und nutze die öffentlichen Verkehrsmittel.  Bei Bedarf kann ich auf das Auto meiner Mutter zugreifen. Bin ich früher durch die Stadt gelaufen, war es fast unmöglich, nicht mit mindestens einer Tüte nachhause zu fahren. Das Gekaufte verschwand dann im Schrank (ich kann es jetzt noch nicht gebrauchen, aber vielleicht ja irgendwann. Es war doch ein so gutes Angebot).

Heute laufe ich durch die Geschäfte und bin völlig entspannt und fahre heim, ohne irgendwas. Insgesamt bin ich viel entspannter. Ich habe begriffen, dass glücklich sein eine Entscheidung ist. Meine Entscheidung! Dass alles, was ich brauche, um ein erfülltes Leben zu führen, in mir vorhanden und nicht in Materiellen Dingen und im außen zu finden sind. Dass ich nicht den neusten Trend oder Besitz hinterher jagen muss, um mich wertvoller oder besser fühlen zu dürfen. Dass alles Besitz von jetzt auf gleich weg sein kann. Und was bleibt dann übrig?

Doch genauso wichtig ist es mittlerweile für mich, mich nicht an Beziehungen, Freundschaften und die Anerkennung anderer zu klammern. Das heißt nun nicht, dass mir alle egal sind oder Beziehungen mir nichts mehr bedeuten. Begeben wir uns aber in eine emotionale Abhängigkeit zu anderen, dann geben wir andern nicht nur die Möglichkeit Macht über uns auszuüben, sondern wir sind auch innerlich unfrei.

Ich habe gelernt, dass alles vergänglich ist. Ich ein wesentlich freieres Leben führen kann, wenn ich mich an nichts klammere. Alles darf, nichts muss.

Damit möchte ich nicht aufrufen, dass nun jeder alles verkaufen, spenden und verschenken soll. Dass wir alle zu Minimalisten werden müssen, um glücklicher sein zu dürfen. Ich selber würde mich nicht unbedingt als Minimalistin bezeichnen.

Doch ich bin davon überzeugt, dass eine bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Konsumgewohnheiten und eine regelmäßige Dankbarkeitspraxis uns auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Wir darüber hinaus lernen zu differenzieren, warum wir dies und das gerade kaufen wollen. Kaufen wir es aus einem permanenten Mangeldenken heraus oder weil wir es wirklich brauchen und es unser Leben bereichert?

Eine ganze Weile habe ich im Mangeldenken gelebt. Nicht genug, zu wenig, nicht ausreichend, zu kurzweilig, nicht schön genug….

Bis ich angefangen habe, mich mit mir auseinanderzusetzen. Auch wenn das manchmal schmerzhaft war (unter Umständen auch heute noch ist). Und ich seit dem jeden Tag für das dankbar bin, was ich habe und um mich herum ist. Ich mir und meiner Fähigkeit der Zufriedenheit und des Glücklichseins unabhängig von äußeren Faktoren vertrauen kann.

Das Prinzip des nicht Besitzen Wollens befreit. Es befreit von dem Stress, den all der Mangel auslösen kann. Es macht mich frei von der Meinung anderer. Nicht, dass diese mir gänzlich und von allen gleichermaßen egal ist. Doch lerne ich auch hier zu differenzieren, welche wirklich hilfreich ist und von Herzen kommt. Es macht mir bewusst, was mir wichtig im Leben ist und dass das wirklich Wertvolle nicht im Materiellen oder andern Menschen zu finden ist, sondern in mir!

Während ich diesen Beitrag schreibe, sitze ich in meinem Lieblingscafe und genieße in vollen Zügen meinen Pfefferminztee und meinen Salat. Die Sonne scheint warm durch das Fenster und wärmt meinen Rücken. Dazu die Freiheit an diesem schönen Ort diese Zeilen schreiben zu dürfen. Das ist für mich purer Luxus und macht es so besonders. Heute weiß ich das mehr zu schätzen denn je.

Ich danke dir für deine Zeit. Schreibe mir doch gerne, wie du über dieses Thema denkst und wie deine Erfahrungen sind. Ich freue mich auf dich 🙂

Peace&Love ❤

Ist das Liebe oder kann das weg?

„Ich möchte jemanden an meiner Seite, der gut mit mir umgeht und mich nicht beschämt“ sagte eine Freundin zu mir, während wie einen Tee zusammen tranken. Ich wusste sofort, was sie meinte. Wenn du dich mit Menschen umgibst, die ähnlich ticken wie du und mit denen man sich auf Augenhöhe begegnen kann, sind weitere Erklärungen unnötig.

Wir haben lange zusammen gesessen und über gescheiterte Beziehungen gesprochen. Romantische, sowie die Freundschaftlichen. Die Arten von Beziehungen, die einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen und ihr Gift noch viel später in kleinen Dosen ausschütten. Die das Vertrauen für eine ganze Weile erschüttern, so dass es sich unter einer dicken Schicht von Misstrauen und Angst versteckt hält.

Ein ehrliches und offenes Gespräch, dass bei mir viel ausgelöst hat. Alte Verletzungen, Schmerz und Traurigkeit, die ich bis zu diesem Moment als langgehütetes Geheimnis in mir getragen hatte, schienen nun bereit. Bereit, die Beachtung einzufordern, die sie verdienen. Raum zu schaffen, um wahr und ernst genommen zu werden, damit der Heilungsprozess einsetzen kann. Und die Energie, all den Schmerz einzukapseln, in der Hoffnung, dass er einfach verschwindet, endlich los zu lassen.

Ich bekomme oft mit, dass die Menschen sich Gedanken darüber machen, warum wohl jemand über längere Jahre Single ist. Ein Jahr bis zwei Jahre werden noch irgendwie toleriert, aber alles darüber hinaus wird skeptisch beäugt: „Da stimmt doch was nicht!“, „mit ihr/ihm ist bestimmt irgendwas nicht in Ordnung!“. All die schlaubischlumpf Wissenschaften, die untereinander ausgetauscht werden, um eine Klatsch und Tratsch Erklärung für das Phänomen „Langzeitsingle“ zu finden. Mittlerweile gehöre ich auch zu dieser „Randgruppe“. Ich bin seit 2013 Single. Seit dieser Zeit nicht eine feste Beziehung. Nicht mal annähernd. Warum? Na, weil irgendetwas mit mir nicht stimmt, bei mir eine Schraube locker ist, woran soll es denn sonst liegen?! Ne, mal ehrlich. Wir fangen sofort an nach Fehlern und Macken zu suchen, anstatt vielleicht einfach mal die Tatsache so hinzunehmen, wie sie ist. In den seltensten Fällen fragen wir nach, wenn wir unsicher sind oder etwas komisch finden. Da wollen wir dann plötzlich nicht unhöflich oder neugierig wirken. Ne, ist klar! Stattdessen werden lieber irgendwelche Annahmen und Vorurteile in den schillerndsten Farben ausgeschmückt.  Wir sehen eben nur das, was wir sehen wollen.

Doch manchmal stecken Geschichten, Schicksale und Entscheidungen dahinter. So, wie in dem Fall meiner Freundin oder auch in meinem. So lange alleine zu sein ist eine ganz bewusste Entscheidung von mir. Vielleicht kennst du das Gefühl der aufsteigenden Panik, die dir die Luft zum Atmen nimmt, alles zu Zittern beginnt und du nur den Impuls verspürst einfach weg laufen zu wollen. So ergeht es mir, wenn ich merke, dass ein Mann Interesse an mir hat. Und genauso geht es mir, wenn ich merke, das ICH Interesse an einem Mann habe. Ein Dilemma, ja. Single zu sein bedeutet für mich Sicherheit. Und diese Sicherheit stelle ich über die aufkommende Sehnsucht nach einem Partner. Die Angst vor erneuter Verletzung, vor Vertrauensmissbrauch ist so groß, dass kaum Raum für etwas anderes bleibt. Die Angst teilt sich den Raum mit der Traurigkeit. Denn die ist allgegenwärtig.  Ich habe diese Traurigkeit und Angst gehütet und würde es wahrscheinlich immer noch tun, hätte meine Freundin mir nicht offenbart, dass sie über mir schwebt, wie ein Damokles Schwert. Und das es Zeit wird, sich Stück für Stück von ihr zu verabschieden.

Es geht mir nicht darum, mit meinem Finger auf einen Schuldigen zu zeigen. Es gab böse Menschen in meinem Leben. Aber ich selber habe sie eingeladen. Ich habe alle warnenden Vorzeichen ignoriert. Meine Intuition missachtet. Gemeinheiten, Demütigungen und Vertrauensmissbräuche entschuldigt. Ja, sogar mir die Schuld dafür gegeben. Ich werde es schon verdient haben, denn ich habe mich eben nicht richtig verhalten. Klingt bescheuert? Ja! Aber wenn es dir nur jemand lang genug einredet, dann glaubst du es am Ende auch. Wenn du nicht eine vor Selbstsicherheit strotzende Persönlichkeit bist, dann haben diese Wölfe im Schafspelz leichtes Spiel. Und ich spreche hier nicht nur von der partnerschaftlichen Beziehung, sondern auch von Freundschaften.

Es gab Menschen in meinem Leben, die mir Päckchen mit Gehässigkeiten, Gewalt, Neid, Rachsucht, Demütigungen und Vertrauensmissbrauch überlassen haben. Nicht alle haben sie das Gleiche in die Päckchen gepackt. So oft wollte ich einfach darauf einschlagen. Lange habe ich mich dafür gehasst, mich verurteilt und geschämt, dass ich all das zuließ. Diese Schwere, die wie Blei auf meinem Herzen wog und mich unfrei machte, weil sie sich nicht unterdrücken ließ. Diese Traurigkeit, die einige sensible Seelen wahrgenommen haben, die ich aber immer leugnete. Emotionen sind wie Wasser, sie finden immer einen Weg.

Vielleicht fragst du dich jetzt, warum ich darüber schreibe?! Weil ich weiß, dass es viele verletzte Herzen da draußen gibt. Viele, die denken, dass sie diesen Umgang verdient hätten. Dass sie nicht gut genug wären. Und dass es vielleicht sogar normal sei, so behandelt zu werden. Es besser ist, eine schädliche Beziehung auszuhalten, als in gar keiner zu sein. Vielleicht fragst du dich auch, warum man sich so einen Umgang gefallen lässt und wie es dazu kommen kann, so zu denken?! Wir alle wollen geliebt werden, so wie wir sind. Für das, was wir sind. Wir sehnen uns nach Anerkennung und Wertschätzung. Wenn wir wenig Selbstbewusstsein besitzen, uns der Wichtigkeit der Selbstliebe und des Selbstrespekts nicht gewahr sind, dann suchen wir dies meist im außen. Was wir uns selber nicht geben (können), erhoffen wir durch unseren Partner oder auch Freunde (auch Familie) zu erhalten. Und wenn wir Pech haben, dann gelangen wir an eine Persönlichkeit, die sich dies zu nutzen macht und ihre vermeintliche Überlegenheit missbraucht und uns manipuliert. Sie nutzt unsere Schwäche, um sich stärker zu fühlen. Nicht selten unter dem  Deckmäntelchen des Wohlwollens. Dabei sind wir nichts weiter als Marionetten in ihrem Theater. Diese Menschen arbeiten mit Zuckerbrot und Peitsche. Und wenn du aus der Reihe tanzt, bekommst du diese zu spüren.

Wenn du dich in meiner Geschichte wiederfinden solltest, dann hoffe ich, dass ich dir mit folgendem eine paar Impulse geben zu können:

Wir können uns nicht vor Enttäuschungen und Verletzungen schützen. Nähe, Liebe, Vertrauen, Gefühle und Beziehungen bergen auch immer Risiken verletzt oder enttäuscht zu werden. Aber das gehört zu einem gewissen Grad ja dazu. Das ist das Leben.  Doch niemand hat das Recht, dich zu demütigen, dich zu beschämen, dich bloß zu stellen! Niemand hat das Recht, dir Gewalt anzutun, Niemand! Weder seelisch, noch körperlich! Du hast ein Recht auf Respekt und Wertschätzung. Vor allem ein Recht auf Liebe. Darauf Liebe zu geben und Liebe zu empfangen. Du bist es Wert geliebt zu werden. Die Aussage meiner Freundin: „Ich möchte jemanden an meiner Seite, der gut zu mir ist und mich nicht beschämt“, hat mich tief berührt. Eine gesunde und starke Beziehung beruht auf gegenseitigem Respekt, Ehrlichkeit, Wertschätzung, Loyalität und Akzeptanz. Wo beide sein dürfen, wie sie sind. In einer echten Beziehung stärken und unterstützen sich beide, dürfen beide wachsen. Die Grenzen werden gewahrt. DAS ist Liebe und darf bleiben. Alles andere kann weg!

Danke, für deine Zeit ❤

Teile gerne deine Gedanken zu dem Thema mit mir

Peace&Love ❤

 

Tue dir gutes, vor allem dann, wenn es dir nicht gut geht <3

Meine goldene Regel

Vielleicht kennst du das: keine Motivation. Fehlende Kreativität. Miese Laune schon nach dem Aufwachen, so dass die Regenwolken mit deiner Stimmung konkurrieren. Du fühlst dich durch andere runtergezogen, alles und jeder nervt. Und wenn dann noch der Schnürsenkel reißt, dann ist Tango angesagt. Kennste bestimmt, oder?

So geht es mir momentan. Ich befinde mich seit ein zwei Tagen in einem schier nicht enden wollenden Mimimi Modus. Die Augen tränen, die Nase juckt, die Stimmung mies bis finster. Wenn man kein Adrenalinjunkie ist, sollte man mir an diesen Tagen besser aus dem Weg gehen. Nein, ganz so schlimm ist es dann doch nicht. Aber ich gehe mir selber auf den Keks und bin daher keine wirklich bezaubernde Gesellschaft. Meist ziehe ich mich dann eine kleine Weile zurück. Der Auslöser? Alles und nichts. Ein bisschen Allergie, PMS, kein Bock auf Papierkram, kein Bock den Tag vor dem PC zu verbringen. Eine Prise Zweifel, ob das, was ich mache überhaupt irgendeinen Sinn ergibt. Nein, natürlich nicht. An solchen Tagen ergibt nichts einen Sinn, oder? Hunger, Pipi, Kalt, so ist das halt.

Manchmal geht es einfach darum, den Ist Zustand so anzunehmen, wie er gerade ist. Wenn du einen Auslöser klar hast, okay! Wenn nicht, auch okay! Du bist heute motzig drauf? Okay! Du schaffst heute nur 50%, statt der gewohnten 100%? Okay! Du bist heute nah am Wasser gebaut? Hey, das ist vollkommen okay! Weil du bist okay ❤

Wir neigen dazu, alles Unliebsame verändern zu wollen. Die schlechten Tage mit schlechten Emotionen wollen wir am liebsten aus dem Kalender streichen. Wo hingegen wir die guten Tage mit guten Emotionen gerne reproduzieren möchten. Wir fühlen uns unzulänglich, weil wir nicht wie gewohnt funktionieren. Wir fühlen und unter Umständen noch schlechter, weil andere uns für Schwach halten könnten. Auch das ist okay! Lass sie labern, denn Menschen labern sowieso. Also stress dich nicht noch zusätzlich mit dem Ballast anderer.

Neben der Meditation, der Bewegung und der frischen Luft, gibt es für mich eine ganz simple goldene Regel an richtig miesen Tagen: Tue dir gutes, vor allem dann, wenn es dir nicht gut geht ❤

So habe ich mir heute zum Beispiel einen schönen Strauß bunter Tulpen auf dem Markt gekauft. Ein Stück frischen Fetakäse, frisches Gemüse und etwas frisches Brot. Daheim habe ich mir die Blumen auf den Tisch gestellt, eine Kerze angezündet, meine Lieblingsmucke angemacht und mir einen frischen Salat zubereitet. Ich habe gegessen, ohne dabei am PC zu arbeiten, zu lesen oder mich anders abzulenken. So konnte ich meinen Salat in vollen Zügen genießen. Das hat mich sehr zufrieden gemacht.  Anschließend habe ich mich den mir unliebsamen Arbeiten am PC gewidmet.

Warum erzähle ich das? Weil wir , wenn es uns schlecht geht, oft dazu neigen, uns zusätzlich schlecht zu behandeln. Oft ist uns das gar nicht bewusst. Es schleicht sich eine Gleichgültigkeit ein. Ist gerade eh alles egal! Also, ich kenne das nur zu gut. Wir gehen nicht zum Sport, Wir betäuben uns mit Alkohol, wir essen Unmengen an Schoki, wir bestellen uns Junkfood, weil es uns für diesen Moment befriedigt und eben schneller zur Verfügung steht. Damit habe ich mich früher sogar oft getröstet. Heute tröste ich mich mit gutem Essen, guter Musik, Spaziergang etc.

Wir begegnen uns auf dieser Weise mit viel mehr Liebe, Aufmerksamkeit und Respekt.  Es löst wahrlich nicht unsere Probleme und es verhilft uns nicht schlagartig zur Superlaune. Aber es unterstützt uns darin, im gegenwertigen Moment zu sein und zeigt uns, dass wir immer Einfluss auf die Situation nehmen können. Vor allem, dass wir eine Entscheidung treffen dürfen. Wir dürfen auch, wenn es uns schlecht geht, gut mit uns umgehen. Und mal ehrlich, wenn wir finster drauf sind, dann müssen wir doch nicht noch Salz in die Wunde streuen, oder? Also, ich kann mich nicht daran erinnern, mich nach Frustfuttern je gut gefühlt zu haben, geschweige denn, wenn ich alles unangenehme im Alk zu ertränken versuchte.

Mich interessiert deine Meinung dazu 🙂 Und wenn du es ausprobiert hast, dann lass es mich gerne wissen 🙂

Danke für deine Zeit ❤

Peace&Love ❤

 

Mobbing – das schleichende Gift!

Gedanken einer Betroffenen

Das Video!

Der Boden verschwindet unter meinen Füßen, der Raum um mich herum wird immer kleiner. Die weißen Kacheln meines Badezimmers verschwinden hinter einem Schleier voller Unschärfe und bis auf ein Rauschen in meinen Ohren nehme ich kaum noch etwas wahr. Meine Beine geben nach, alles dreht sich. Neben der Badewanne sacke ich langsam auf den Boden. Mir wird heiß und kalt. Mein Handy wiegt schwer in meinen Händen. „Fuck You Bitch!“ hallt es immer wieder in meinen Ohren. Sie hat es tatsächlich getan! Einst gute Freundin, mit der ich so viel zusammen gelacht und der ich so vertraut hatte. Ich wusste immer um ihr Potential und viele hatten mich gewarnt. Doch habe ich weder ihnen, noch meiner Intuition vertraut. Bisher hat sie sich mit Rufschädigung im „kleinen Rahmen“ und einer Parodie zu einem meiner Videos zufrieden gegeben. Aber das sie tatsächlich so weit gehen würde? Ein Hass Video auf YouTube mit dem Titel: „Ansage an die Bitch“ kursiert seit einigen Minuten im Netz. Intime Details, die man sich als Freundinnen anvertraut, die nun in einer verdrehten Lüge und übertriebener Boshaftigkeit dargestellt, jedem zur Verfügung stehen. Ich sitze immer noch auf dem Boden, das Handy in meiner Hand. Fassungslosigkeit, Trauer, Wut und Scham wechseln sich ab. Mir wird immer noch heiß und kalt, als würde mir innerlich eine Wechseldusche verpasst. Das Atmen fällt schwer, ich fange an zu weinen, kann nicht mehr aufhören. So fühlt sich also Demütigung an. So fühlt sich Mobbing an! Nur langsam realisiere ich, was zum Teufel mir hier gerade passiert. Davon gehört hatte ich schon oft. Doch meistens passiert das anderen. Aber selber betroffen? Wie leichtfertig benutzen wir das Wort Mobbing und ziehen uns unter Kollegen und Freunden damit auf, um anschließend darüber zu lachen. Ein Spaß eben. Ein Spaß unter Kollegen. Ein Spaß unter Freunden. Aber das hier, das ist kein Spaß. Die Klaue der Realität greift unerbittlich und rücksichtslos nach mir. Ich versuche mich zu beruhigen. „Wenn du es am wenigsten erwartest, stehe ich hinter dir und flüster: Game Over“ Die Drohungen und Beleidigungen klingen weiter wie ein Echo. Mich zu beruhigen fällt mir schwer, denn ich fühle mich hilflos und überfordert. Was soll ich machen? Wie geht man mit so was um?
Eine Stimme in mir wird immer lauter: Das ist falsch! Du musst dich zu Wehr setzen! Erstmal muss ich mit jemandem darüber reden. Ich sende das Video an Freunde und Familie. Ihre Reaktionen sind identisch: Abscheu, Wut, Fassungslosigkeit. Und alle sind sich einig: Du musst zu einem Anwalt! Du musst zur Polizei! Es ist spät am Abend, ich bin erschöpft und fühle mich fremd. Alles wirkt surreal. Wie will man etwas in Worte fassen, wenn man zugleich alles, aber auch nichts fühlt? Ich gehe zu Bett, versuche zu schlafen. „Ein bisschen Schlaf und morgen sieht der Tag schon anders aus. Dann ist der Kopf wieder klarer“, versuche ich mich zu beruhigen. Doch in meinem kleinen Schlafzimmer, das ich nur zwei Monate zuvor himmelblau gestrichen hatte, ist an Schlaf nicht zu denken. Mein Kopf schmerzt, mein Herz rast. Vor zwei Monaten bin ich in die hübsche 80qm Dachgeschoss Wohnung gezogen und hatte sie mit viel liebevoller Mühe nach meinen Wünschen gestaltet. Nach einigen schweren und chaotischen Jahren voller Trauer und Schmerz. Erst die schwere Krebserkrankung und der darauf folgende Tod des Lebensgefährten meiner Mutter, dann die Trennung von meinem Mann und der Auszug aus dem gemeinsamen Haus. Die Einschläferung meiner geliebten Hündin. Unglücklich verliebt und dann auch noch der Tod meiner besten Freundin nach einem langen Krebsleiden. Bei weitem keine Erfolgsstory. Aber eben meine Story, mein Leben. Und ich hatte viel dafür getan, dass es wieder an Stabilität gewinnt. Und diese Wohnung sollte einen großen Teil dazu beitragen. Kurzer Arbeitsweg, ein kleiner Wald direkt vor der Haustür, in dem ich mich entspannen und meine YouTube Videos drehen konnte. Kurzum, ein Ort, an dem ich mich wohl fühlte. Bis jetzt! Wie schnell sich das Blatt doch wenden kann. Niemand bereitet einen auf so etwas vor. Ich fange wieder an zu weinen. Mir ist klar, dass in diesem Video ausschließlich Bullshit propagiert wird, doch Angst und Scham breiten sich wie heiße Glut in meinem Körper aus. Ich fühle mich allein. Isoliert. Immer wieder kreise ich um die selbe Frage: Wie zur Hölle soll ich damit umgehen? Was soll ich tun? Wie wehre ich mich und was, wenn es immer schlimmer wird? Irgendwann falle ich in einen unruhigen Schlaf.

Der Tag danach!

Der Gang über das Betriebsgelände meiner Arbeit fällt mir schwer. Äußerlich lasse ich mir nichts anmerken, laufe aufrecht mit selbstbewusster Miene. Doch innerlich versinke ich in Scham. Fühle mich klein, verletzlich und unsicher. Ich möchte keinen Schritt mehr weitergehen. Es ist, als starren mich alle an, als haben alle das Video gesehen. Ich weiß, dass es nicht so ist, doch die Dämonen in meinem Kopf spielen mit mir, sie zischen: „sie haben es alle gesehen und glauben jedes Wort! Sobald du an ihnen vorbei gelaufen bist, fangen sie an zu lachen. Sie fragen sich, was du wohl angerichtet hast, dass sie dich so hassen muss!“ Ich werde schneller, will den Gang nur hinter mich bringen. Ich wappne mich gegen dumme Sprüche. Die aber bleiben aus. Nichts passiert. Niemand lacht. Wenn das Video jemand gesehen hat, besteht wenigstens so viel Anstand, sich nicht in meinem Beisein darüber lustig zu machen. Ungefähr 20 Mal wurde das Video gemeldet. Aber es passierte nichts. Hass Videos sind beliebt im Netz. Ist es doch so einfach, jemanden auf diesem Wege Leid zuzufügen. Anonym. Solange das Video nicht gegen Urheberrechte verstößt, sieht YouTube eben keine Veranlassung einzuschreiten. Als Betroffenen, so wie ich, ist man somit schutzlos ausgeliefert. Wieder an meinem Arbeitsplatz, schließe ich mich ins Bad ein. Ich kriege kaum Luft, versuche die aufkommende Panik und die Tränen zu unterdrücken, aber es gelingt mir nicht. Kaltes Wasser lasse ich über meine Handgelenke laufen. Heiße Kristalle laufen über meine Wangen. Ich lehne meine Stirn gegen den kühlen Spiegel, versuche mich zu beruhigen. Einatmen. Ausatmen. Ich fühle Wut in mir aufsteigen. Keine blinde Wut. Keine, die mich Kopflos werden lässt. Es ist die Art von Wut, die mich meine Stärke spüren lässt. Die mir zeigt, aus welchem Holz ich geschnitzt bin. Einatmen. Ausatmen. Ich balle meine Fäuste. Fasse einen Entschluss. Meine Wut ist Energie, die mich nach vorne bringen wird. Die mich aufstehen lässt, wenn ich falle. Die mich antreibt. Eine Kraft, die es mir erlauben wird, für mich aufzustehen. Für mich und andere! Ich wehre mich! Heute! Morgen und in Zukunft!

Heute

Dieser Beitrag beschreibt eine Szene aus dem Jahr 2017, welches von Mobbing und Stalking geprägt war.

Ich habe lange überlegt, wie ich anderen Betroffenen helfen kann, wie ich sie unterstützen kann. Es gab Anläufe, die ich aber schnell wieder verworfen hatte. Mobbing, egal in welcher Form, ist wie schleichendes Gift, das dich langsam von Innen auffrisst. Mobbing ist ein schweres Thema. Ein Thema, mit dem sich nur ungerne auseinandergesetzt wird. Vor dem gerne die Augen verschlossen werden. Ein Angst besetztes Thema, denn niemand möchte in den Fokus geraten oder möchte an die Demütigungen und Hilflosigkeit erinnert werden. Es wird verharmlost, tot geschwiegen oder unter den Teppich gekehrt. Selbst einige Berater sind überfordert, weil es doch überall jeden Tag passiert und doch (noch) so wenig Unterstützungsmöglichkeiten gibt.

Es ist eine Herausforderung, einen Umgang damit zu finden. Denn was mir als Betroffene klar geworden ist: ich kann den Mobber nicht verändern! Ich kann nicht rückgängig machen, was mir passiert ist! Es bringt mir nichts, mich dem Zorn und dem Groll hinzugeben! Ich kann es nicht verhindern, dass es immer wieder Menschen geben wird (vielleicht auch immer wieder die selben), die mir mit aller Wucht auf die Fresse hauen wollen. Die mich fallen sehen wollen. Das lässt sich nicht verhindern. Es sei denn, ich ziehe mich aus dem Leben, aus der Gesellschaft zurück und unterdrücke das beste in mir. Doch das ist keine Option! Das darf niemals eine Option sein! Es ist schwer, es ist hart! Aber es gibt immer eine Lösung! Für mich liegt die Lösung und der Weg darin, sich selber zu stärken! Jeden Tag an seinem Selbstwert zu arbeiten, die eigene Komfortzone immer wieder auszuweiten und zu verlassen! Zu vergeben! Jeden Tag für sich weiter zu gehen! Den Fokus jeden Tag auf die eigene Heilung zu lenken! Selbstliebe zu trainieren, so als würde ich meine Muskeln im Gym trainieren!

Ich arbeite an einem Konzept, an Kooperationen mit anderen, um mehr auf dieses Thema und die Brisanz hinzuweisen. Um Betroffenen Unterstützung zu geben, in ihre eigene Kraft zu kommen. Sich ihrer eigenen Stärken wieder bewusst zu werden! Damit in Zukunft all die Neider und Hater da draußen vor eine Wand aus Selbstbewusstsein laufen!

Hast du Erfahrung mit Mobbing?

Danke für deine Zeit ❤

Peace&Love ❤

OVERDOSED

Die Büchse der Pandora 

Geht es dir manchmal auch so? Der erste Griff am Morgen geht zum Handy und das letzte, worauf am Abend geschaut wird ist ebenfalls der kleine Handheld? Fällt es dir auch schwer, bei zu viel scrollen durch Social Media deinen Fokus zu behalten? Mir auf jeden Fall. Und das ist auch gar nicht schlimm, ich denke, dass es einigen so ergeht. Die Frage ist nur, wie gehen wir damit um?

Es geht mir nicht darum, Instagram, Facebook und Co. zu verurteilen. Ich liebe Social Media und habe darüber schon tolle inspirierende Persönlichkeiten entdeckt und kennengelernt. Auch bin ich der absoluten davon überzeugt, dass die Zeit die wir dort verbringen, alleine in unserer Verantwortung liegt.

Vielmehr geht es mir darum, zu erkennen, wenn es zu viel wird. Wenn wir uns nicht hinterfragen, warum wir schon wieder den Gesprächskochen in der Hand halten. Denn was soll den jetzt bitte anders sein, als vor fünf Minuten?

Über ein Jahr lang hatte ich mir morgens eine Art Routine erschaffen. Diese enthielt den Begriff „Open Space“. Eine Methode, die ich damals durch Curse (aka Michael Kurth – Stell dir vor du wachst auf – die OOOO+X Methode – sehr geiles Buch übrigens!!) kennen lernen durfte. Kurz erklärt geht es darum, dass wir uns morgens nach dem Aufstehen, einen Raum für uns kreieren. Einen Raum der frei von äußeren Einflüssen durch Nachrichten, Pushnachrichten, Insta, WhatsApp und Co. ist. Wir widmen uns also nicht als erstes unserem Handy (oder dem Laptop, Zeitung, TV etc…), sondern uns! Die morgendlichen Routinen wie Kaffee kochen, trinken, essen, duschen ganz bewusst und ohne Ablenkung wahrnehmen, statt zwischen Display und Glotzkiste. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, das ändert einiges!!

Open Space am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen!

Ganz so einfach ist es dann doch nicht. Doch ich behaupte aus tiefer Überzeugung, dass sich nach relativ kurzer Zeit meine Laune morgens deutlich gebessert hatte. Ich war mehr bei mir, hatte morgens gefühlt mehr Zeit und war weniger gestresst. Kurzum, mein Tag startete viel entspannter und geordneter. Mein Handy spielte eine immer unwichtigere Rolle und ich benutzte es dann, wenn es nötig war. 

Wenn ich diese Zeilen schreibe, merke ich, wie ich diese Zeit tatsächlich vermisse. Denn in den letzten drei bis vier Wochen hat sich mein Handy wieder ganz leise und Stück für Stück in den Vordergrund gedrängt. Und seit einigen Tagen bin ich wieder voll drauf! Es liegt auf meinem Nachttisch. Allzeit bereit. Kein Flugmodus, aber zumindest lautlos. Mir ist schon aufgefallen, dass ich mich selber ausgetrickst hatte: „Nur heute! Ab morgen wird es abends wieder ausgestellt und kommt in die Küche!“. Von wegen. Jeden Tag gab es eine andere Ausrede: Okay, ab Morgen ändere ich es wieder! Wird schon nicht so tragisch sein. Einmal ist keinmal! Ich brauche Infos, Inspiration. Instastories für die Community und so weiter und sofort. Blablabla….

Meine Motivation ließ langsam, aber stetig nach. Ich fühlte mich unruhiger. Weniger fokussiert und irgendwie gestresst und genervt.

Ich achte sehr darauf, wem ich auf Instagram folge. In regelmäßigen Abständen nehme ich mir Zeit und kläre für mich, welcher Account mir tatsächlich gut tut und welcher nicht wirklich meinen Werten entspricht und ein schlechtes Gefühl hervorruft. Aktuell folge ich Persönlichkeiten die mich auf unterschiedlichste Weise inspirieren und deren Accounts einfach Spaß machen. Es liegt also nicht daran! Doch neben Instagram gibt es ja noch YouTube, Podcast, Dokus, Blogs usw. Um mir für meine derzeitige Lebenssituation so viel wichtigen Input wie möglich zu liefern, habe ich sehr viel konsumiert. Zu viel. Mein Speicher war einfach übervoll. Nicht mehr in der Lage noch mehr aufzunehmen. Memoryoverflow!

Ruhephasen werden oft unterschätzt!

Auszeiten, Bewegung, frische Luft und Erholung sind so wichtig und tun uns gut. Nach einer längeren arbeitsreichen Zeit freuen wir uns auf den wohlverdienten Urlaub. Doch was ist mir unserem Handy? Es steckt unentwegt in der Hosentasche, liegt auf dem Tisch oder steckt in der Jackentasche. Jederzeit griffbereit! Hier wird eine Ruhepause oder auch Digital Detox genannt, oftmals unterschätzt. Ständig erreichbar, immer am Start, immer auf dem neusten Stand. Es könnte ja sein, dass….. Ja, was denn? Wenn wir ehrlich sind, passieren doch selten echte Tragödien, wenn wir mal eine Weile das Ding aus der Hand legen, oder? 

Digital Detox ist meiner Meinung nach keine Mode Erscheinung, sondern eine Notwenigkeit, damit unser Geist und unsere Seele mal zur Ruhe kommen dürfen.

Wie stehst du zu dem Thema Digital Detox? Erzähl ma…. 🙂

Ich habe übrigens versucht, den Zustand von zu viel Social Media (Memoryoverflow) in meinem neuen YouTube Video in Bildern darzustellen. Ich freue mich, wenn du hier vorbeischaust 🙂

Danke für deine Zeit ❤

Peace&Love ❤

 

 

 

Irgendwo dazwischen…

Ein kleines Update

Momentan steht mal wieder alles auf Veränderung! Wie sooft schon in dem letzten Jahr. Ein Zustand, der sich nur schwer in Worte fassen lässt. Doch ich will es versuchen.

Ich habe nun meine Ausbildung zur Meditationstrainerin abgeschlossen und mein Zertifikat erhalten. Darauf bin ich irrsinnig stolz, hatte ich vor einem Jahr noch überhaupt nicht daran gedacht, diesen Weg einzuschlagen. Doch hier bin ich nun. Und plötzlich ergeben sich Möglichkeiten, von denen ich nicht zu Träumen gewagt hatte. Keine großen Durchbrüche oder plötzlicher Geldsegen, der mir den ganzen Weg erleichtert. Im Gegenteil. Ich stehe vor einem Haufen neuer Herausforderungen. Situationen, die mir Angst bereiten. Und doch schreckt es mich nicht ab, meinen Weg weiter zu gehen. Es ist wie ein unsichtbares Band, welches direkt aus meinem Herzen zu kommen scheint und mich führt. Ich habe keine Ahnung wohin es mich bringen wird, doch ich lasse es zu. Ein Zustand der mir völlig neu ist. Ein bisschen so, wie als wenn ich momentan zwischen zwei Welten schwebe. Schwerelos, aber nicht Haltlos. Zurück in das Gewohnte geht es nicht mehr, weil ich da nicht mehr hin will und auch nie wirklich hinein gepasst habe. Doch das Neue hat sich noch nicht gänzlich geöffnet. Also befinde ich mich gerade irgendwo dazwischen….

Ein durchaus befremdlicher Zustand, doch ich bin auch unfassbar motiviert! Ich arbeite derzeit an zwei Online Workshops und an meiner Website. Mein erster Live Workshop „Stille ist wie Urlaub für´s Gehirn – Meditation für Anfänger“ findet am 10.03. statt. Wenn du Interesse und Fragen dazu hast, dann schreibe mir gerne hier oder über Instagram. Ich freue mich auf dich 🙂

Zudem habe ich ein Studio gefunden, wo ich meine Kurse für Meditation und Einzelcoachings anbieten kann. Auch hier erarbeite ich gerade die Konzepte. Eine größere Veränderung steht noch an, aber dazu mehr, wenn es wirklich in trockenen Tüchern ist.

Du siehst, es ist gerade viel los bei mir. Daher kann es sein, dass meine Beiträge momentan in etwas größeren Abständen geschrieben werden. Falls du es noch nicht machst, dann folge mir doch auf Instagram. Da bin ich sehr aktiv und du somit immer auf dem neusten Stand 🙂

Dennoch ist es mir wichtig, hier und auf YouTube weiterhin regelmäßigen Content zu liefern, so dass ich mir die größte Mühe gebe, dem gerecht zu werden. Solltest du Wünsche zu bestimmten Themen haben oder Fragen, dann lass es mich wissen. Ich freue mich!

Danke, für deine Zeit 🙂

Peace&Love ❤

 

ICH BIN immer noch nicht wie die anderen…..

Ich glaube, ich habe mich noch nie so intensiv mit der Frage `Wer bin ich?´ beschäftigt, wie in den letzten Monaten. Und immer wenn ich denke, dass ich endlich die Antwort kenne, dann kommt von Irgendwoher ein „Nö! Ätsch!“

Bis zu meinem 20 Lebensjahr wusste ich sehr genau wer ich war. Ich machte mein Ding und konnte mich stets auf meine Intuition verlassen. Doch dann bin ich von meinem Weg abgekommen. Ich fand mich plötzlich auf vorgetrampelten Pfaden wieder. Pfade, die nicht die meinen waren. Nicht, dass es sich schlecht angefühlt hätte, es fühlte sich allerdings auch nicht gut an. Meine Intuition wurde immer leiser und irgendwann hörte ich ganz auf zu hinterfragen. Ich lief einfach weiter. Manchmal wechselte ich die Pfade, doch blieben sie immer die der anderen. Auf der Suche und mit dem wachsenden Gefühl, dass irgendwas mit mir nicht stimmen muss. Um mich herum schienen alle irgendwo hinzugehören, während ich immer mehr das Gefühl hatte, nirgends wirklich anzukommen.

Meditation bedeutet Innenschau. Den eigenen Blick nach innen gerichtet, der eigenen Stimme lauschend. Meditation ist kein Allheilmittel. Für mich aber einer der besten Methoden, uns wieder selber kennenzulernen und über uns zu erfahren. Es bedarf kontinuierliches Training. Mühevoller Aufbau von Disziplin. Mut, uns auch den unliebsamen Aspekten unseres selbst zu widmen. Doch die Belohnung wiegt umso mehr, wenn wir die Erfahrung machen, wieder (oder vielleicht zum ersten Mal) wir selbst zu werden. Wenn wir erkennen, dass wir einzigartig sind. Dass wir uns mit niemandem messen, niemanden vergleichen müssen. Es keine Ideale oder Feindbilder braucht, um uns schlechter oder besser zu fühlen.

Ein lieber Mensch hat einmal gesagt: Du bist Du! Und ich bin ich! Und das ist gut so!

ICH BIN immer noch nicht wie die anderen. Denn ICH bin ICH. Nicht perfekt. Nicht besser als die anderen. Nicht schlechter als die anderen. Ich mache lediglich das beste aus mir und meinem Leben und das auf meine ganz eigene Art und Weise.

Diese Erkenntnis fühlt sich noch etwas befremdlich an, weil ich es mir so lange nicht erlaubt hatte. Doch auch irgendwie vertraut, da ich mir selber wieder näher komme. Und das ist einfach toll!

Wenn du dich in einer ähnlichen Situation befinden solltest, dann kann es sehr aufschlussreich sein, über die zwei Worte ICH BIN zu meditieren. Hast du es mal versucht? Du kannst es entweder ganz klassisch sitzend in der Stille Meditation ausprobieren oder aber im Gehen. Hier findest du eine kleine Anleitung auf meinem YouTube Kanal. Ich freue mich von deinen Erfahrungen zu hören!

Danke für deine Zeit 🙂

Peace&Love,

Angelina

 

 

Vergebung und warum sie so wichtig ist…..

Vergebung ist das wertvollste Geschenk, das du dir selber machen kannst! Festhalten an alten Verletzungen ist wie Gift, dass sich langsam in deinem Körper, deinem Geist und deiner Seele ausbreitet! Der einzige Mensch, den du damit verletzt, bist du selber! Lass los! Woran hältst du noch fest?

Diesen Post veröffentlichte ich vor einigen Tage bei Instagram.

Festhalten an alten Verletzungen, Enttäuschungen und Verlusten. Sich fast täglich mit dem damit verbundenen Gefühlen der Trauer, der Wut und der Verzweiflung füttern, bis auch die letzte Zelle in unserem Körper damit vergiftet ist. Sich einrichten in der Opferrolle. Den Anspruch an Wiedergutmachung und Vergeltung nicht aufgeben wollen. Die Übernahme der Verantwortung verweigern.

Das alles tun wir, wenn wir nicht vergeben! Wenn wir nicht loslassen!

Ich selber habe lange festgehalten. Ich hatte große Schwierigkeiten damit, loszulassen und zu vergeben. Am schwierigsten viel es mir, mir selber zu vergeben. Meine Fehler, meine falschen Entscheidungen, meine Schwächen. Als ich mir dessen bewusst wurde, hat das in meinem Leben und in mir sehr viel verändert.

Warum fällt es scheinbar so schwer zu vergeben? Ich glaube, dass viele Menschen davon ausgehen, dass wenn sie vergeben, automatisch auch das Passierte gutheißen. Dass sie dem Zustimmen. Aber das stimmt nicht!

Vergebung bedeutet, vom Groll abzulassen. Es bedeutet, das Passierte als das zu sehen, was es ist: als Verletzung, Enttäuschung, Kränkung und Verlust. Vergebung setzt die Bereitschaft voraus, die volle Verantwortung dafür zu übernehmen, wie ich damit umgehen will. Vergebung schafft Heilung! Wenn ich vergebe, stimme ich der Chance auf Heilung meiner mentalen Wunden zu! Wenn ich loslasse von meinem Anspruch auf Wiedergutmachung, schaffe ich Raum für Neues! Wenn ich mich aus meiner Opferrolle heraus begebe, dann komme ich in meine eigene Kraft! Anderen zu vergeben setzt  voraus, sich selber vergeben zu können! Vergebung braucht Güte!

Noch ein Aspekt, sich im Schmerz und in der Opferrolle einzurichten, statt zu vergeben ist der, dass es anfangs auf Mitgefühl und Zuspruch durch andere stößt. Es entstehen Solidaritäten. Wir fühlen und bestärkt und gestärkt durch das Außen. Doch ist es nicht von langer Dauer. Langfristig kann es sogar schädlich sein! Ich erkläre dir, warum:

Niemand kann deine Wunden heilen, nur du selber! Du kannst dir ein Pflaster geben lassen, mal jemanden pusten lassen und dich in den Arm nehmen lassen. Aber dass es von Innen heilt, das schaffst nur du und das kannst auch nur du! Die Verantwortung trägst nur du! Und diese Verantwortung kannst du auch niemandem übergeben. Weil der andere diese Aufgabe nicht leisten und erfüllen kann! Was wiederum zu einer weiteren Enttäuschung und Frustration führt. Es ist auch nicht die Aufgabe eines anderen Menschen. Es ist deine!

Tiefe und echte Vergebung, Frieden zu schließen mit sich und dem Leben, mit dem was uns durch eigenes Handeln, aber auch durch andere widerfahren ist, ist ein schmerzhafter und langwieriger Prozess! Es braucht Ehrlichkeit und Respekt! Doch am Ende es ist das größte Genschenk, das du dir machen kannst ❤

Ich habe mich lange vor dieser Verantwortung gedrückt, war es doch so viel leichter, andere für meinen Schmerz verantwortlich zu machen. Doch ist es doch so:

Wir haben keinen Einfluss darauf, welche Emotionen in uns aufsteigen, was in uns hervorgerufen wird. Aber wir haben immer die Entscheidung darüber, wie wir damit umgehen. Was wir festhalten. Egal, was passiert, wieviel Unrecht uns widerfährt, niemand ist für unsere Gefühle und Handlungen verantwortlich! Außer wir selber!

Es gibt eine Meditation, die sogenannte Metta Meditation. Dabei geht es um die liebevolle Güte und Vergebung. Falls du meinen Blog Beitrag dazu lesen magst, gerne hier.

Vergebung ist ein Geschenk, das nur du dir geben kannst……

Danke für deine Zeit ❤

Teile mir gerne deine Gedanken dazu mit, ich freue mich!

Peace&Love,

Lina